Freitag, 12. Januar 2007
DAS I-C-H
insomnia, 19:46h
ICH
Das "Ich" - das wichtigste Wort in einem Leben. Es beschreibt die Person mit der man ein lebenlang (und noch länger?) auskommen muss, ohne sie abschütteln zu können. Die Person, die einem am nächsten kommt und vielleicht doch am meisten fremd bleibt.
Das "Ich" laut Definition im Web:
"Ich" ist die Bezeichnung einer (grammatischen) ersten Person in der Einzahl, zurückweisend auf das Selbst des Aussagenden. Beispiel: "Ich denke, also bin ich" (aus dem lateinischen Cogito, ergo sum).
de.wikipedia.org/wiki/Ich
Ein Bewusstseinszustand, der sich aus verschiedenen Teilzuständen (Erlebnis-Ich, Körper-Ich, autobiographisches Ich, Autorschafts-Ich, sprachlichesIch usw.) zusammensetzt. Diese sind eng mit der Aktivität unterschiedlicher Bereiche der Grosshirnrinde verbunden und entstehen im Laufe der kindlichen Entwicklung parallel zur Ausreifung dieser Bereiche.
nwg.glia.mdc-berlin.de/teacher.php/de/default/glossar
Das sogenannte "Ich" ist ein Knotenpunkt in einem Netz von dialogisch strömenden Informationen und ein Lager für durchgegangene Informationen (und zwar sowohl von ererbten als auch, zum weitaus größeren Teil, von erworbenen Informationen), und an diesem Knotenpunkt entstehen unvorhergesehene, unwahrscheinliche Komputationen, neue Informationen. – "Ich" ist die Summe aller durch meine Möglichkeiten hindurch verwirklichten Taten ("res gestae").
www.equivalence.com/labor/lab_vf_glo_d.shtml
Quasi an der Oberfläche des Es, die Instanz der Selbststeuerung, der Anpassungsfunktionen an die Realität und der Realitätsprüfung fähig. Das Ich ist aus dem Es entstanden und vertritt dieses in der Realität, es heißt, es moduliert die Triebbedürfnisse in eine realitätsgerechte Form.
psychoanalyse.lexikona.de/art/Psychoanalyse.html
Verwandte Begriffe: "über-ich" "ich-ag" "ich bin ein berliner" "das ich" "mein leben & ich" "ich knall euch ab" "ich-erzaehler" "ich bin total breit"
ICH BIN
Ich bin ... ich bin ... ich bin ... *grübel*
Immer wieder sucht man im Leben nach dem was man ist und versucht sich (neu) zu definieren. Wer oder was bin ich ... Ist das Leben nicht eine fortwährende Reise auf der Suche nach der Antwort für diese Frage? Und ist die Reise nicht das Ziel?
Wohl denen die am Ende der Reise sagen können: "Ich - bin - glücklich". Aber wieviele Menschen scheitern auf dem Weg an der Frage "Ich bin ... ?".
Der Wikipedia.org zitierte in dem Zusammenhang einfach: "Ich denke, also bin ich" ("Cogito ergo sum" wie wir gescheiterten Lateiner sagen würden).
ICH ... BIN ... SCHWUL
OCH SCHEISSE - WAS SOLL DAS DENN - JETZT AUCH NOCH SOWAS - NEEE KOMM MIR NICHT SO -OOOOH NEEE !!!
Nun sowas mag der durchschnittliche Mensch nun gar nicht gern hören. Eltern nun schon gar nicht. Was ist hier falsch gelaufen dass es jetzt soweit kommen konnte - ja kommen musste? Dieser Satz - wie ein Stich ins Herz der Eltern und der natürlichen Umwelt.
Okay wir sind im Jahr 2007. In den Großstädten sollte das Thema nicht mehr sonderlich dramatisch sein. Und dank plakativer Talkshows der 90er - und natürlich dank Carsten Flöter aus der Lindenstrasse - hat selbst in der kleinsten Stadt die Hausfrau schon mal etwas zum Thema gehört.
Nicht viel später zieht es den "ich bin schwul" Menschen in eine "künstliche Umwelt" - die Großstadt Ghettos (vorzugsweise Berlin, Köln, Hamburg). Und dort ist das Thema "Ich bin schwul" nun wirklich keins mehr. Dort heisst es eher: "Sind wir nicht alle ein bißchen schwul?"
Seltsam. Im Nachhinein betrachtet habe ich meine Sexualität nie als Problem empfunden mit dem man sich beschäftigen müsste. Vielleicht weil ich nie mit grossem Sendebewusstsein und dem berüchtigten Schild auf der Stirn durch`s Leben marschiert bin. Wer es wissen wollte der konnte fragen - und der hat eine Antwort bekommen.
Gefragt haben zumeist aber nur Leute, die vertrauensvoll und gebildet genug waren, dass ich es ihnen gegenüber zugeben konnte - und da war es dementsprechend nie wirklich Thema und Problem. Eher wurde dadurch eine Neugierde auf das Thema Homosexualität geweckt, das ich aber irgendwann zu befriedigen überdrüssig wurde - eben weil es für mich nicht das grosse Thema war.
Die Leute, die damit aber ein Problem haben könnten, die haben sich anscheinend einfach nicht damit beschäftigt und nie gefragt. Oder sie wollten es nicht wissen. Solange ich mich nicht aufgedrängt habe war es vielleicht einfach nicht interessant genug.
Allerdings zog es mich auch recht schnell in die Sub der Großstadt. Abgesehen von Wichsereien mit einem Schulkameraden unter der Aller-Brücke (Gewässer in der niedersächsischen Kleinstadt in der ich aufwuchs) und Schmachtereien für Jugendfreunde ... abgesehen davon hatte ich meinen ersten naja schwulen Kontakt in einem Pornokino in Bremen.
In Stichworten: mit 17 bei Abwesenheit meiner Eltern nach Verden getrampt - mit dem Zug nach Bremen - mehrfach an einer schwulen Lokalität vorbeigelaufen ohne sich hineinzutrauen (kann es das "Toms" gewesen sein?) - die Pet Shop Boys ("Tonight is forever") im Ohr - irgendwie in zwei Pornokinos gelandet und im schwulen Bereich mit jemandem unspektakulär rumgewichst - mit der Bahn nach Hause gefahren (auf Kinderticket - und die zufällig ebenfalls anwesende Wichsbekanntschaft als Aufpasser angegeben - was der durch mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache nicht mal ganz verstanden hatte LOOOL) - in Verden dann sonntag morgens teils nach Hause getrampt teils gelaufen (bestimmt 10 km!!!) ...
Nun das wart wohl mein offizielles "erstes Mal" ... wenig spektakulär aber eben auch nur ein Erlebnis dem bald einfach mehr folgen musste. Und da ich mein Innenleben nie wirklich nach aussen getragen habe bin ich einfach für mich Schritt für Schritt vorwärts gegangen - über Umwege sicher aber schließlich dorthin wo ich heute bin ...
Ich bin ich - ich bin hier -
Ich bin schwul ... und das ist auch gut so!
(wie die in die Umgangssprache eingegangene Redewendung des Berliner Bürgermeisters Wowereit schon sagte)
Übersicht
Das "Ich" - das wichtigste Wort in einem Leben. Es beschreibt die Person mit der man ein lebenlang (und noch länger?) auskommen muss, ohne sie abschütteln zu können. Die Person, die einem am nächsten kommt und vielleicht doch am meisten fremd bleibt.
Das "Ich" laut Definition im Web:
"Ich" ist die Bezeichnung einer (grammatischen) ersten Person in der Einzahl, zurückweisend auf das Selbst des Aussagenden. Beispiel: "Ich denke, also bin ich" (aus dem lateinischen Cogito, ergo sum).
de.wikipedia.org/wiki/Ich
Ein Bewusstseinszustand, der sich aus verschiedenen Teilzuständen (Erlebnis-Ich, Körper-Ich, autobiographisches Ich, Autorschafts-Ich, sprachlichesIch usw.) zusammensetzt. Diese sind eng mit der Aktivität unterschiedlicher Bereiche der Grosshirnrinde verbunden und entstehen im Laufe der kindlichen Entwicklung parallel zur Ausreifung dieser Bereiche.
nwg.glia.mdc-berlin.de/teacher.php/de/default/glossar
Das sogenannte "Ich" ist ein Knotenpunkt in einem Netz von dialogisch strömenden Informationen und ein Lager für durchgegangene Informationen (und zwar sowohl von ererbten als auch, zum weitaus größeren Teil, von erworbenen Informationen), und an diesem Knotenpunkt entstehen unvorhergesehene, unwahrscheinliche Komputationen, neue Informationen. – "Ich" ist die Summe aller durch meine Möglichkeiten hindurch verwirklichten Taten ("res gestae").
www.equivalence.com/labor/lab_vf_glo_d.shtml
Quasi an der Oberfläche des Es, die Instanz der Selbststeuerung, der Anpassungsfunktionen an die Realität und der Realitätsprüfung fähig. Das Ich ist aus dem Es entstanden und vertritt dieses in der Realität, es heißt, es moduliert die Triebbedürfnisse in eine realitätsgerechte Form.
psychoanalyse.lexikona.de/art/Psychoanalyse.html
Verwandte Begriffe: "über-ich" "ich-ag" "ich bin ein berliner" "das ich" "mein leben & ich" "ich knall euch ab" "ich-erzaehler" "ich bin total breit"
ICH BIN
Ich bin ... ich bin ... ich bin ... *grübel*
Immer wieder sucht man im Leben nach dem was man ist und versucht sich (neu) zu definieren. Wer oder was bin ich ... Ist das Leben nicht eine fortwährende Reise auf der Suche nach der Antwort für diese Frage? Und ist die Reise nicht das Ziel?
Wohl denen die am Ende der Reise sagen können: "Ich - bin - glücklich". Aber wieviele Menschen scheitern auf dem Weg an der Frage "Ich bin ... ?".
Der Wikipedia.org zitierte in dem Zusammenhang einfach: "Ich denke, also bin ich" ("Cogito ergo sum" wie wir gescheiterten Lateiner sagen würden).
ICH ... BIN ... SCHWUL
OCH SCHEISSE - WAS SOLL DAS DENN - JETZT AUCH NOCH SOWAS - NEEE KOMM MIR NICHT SO -OOOOH NEEE !!!
Nun sowas mag der durchschnittliche Mensch nun gar nicht gern hören. Eltern nun schon gar nicht. Was ist hier falsch gelaufen dass es jetzt soweit kommen konnte - ja kommen musste? Dieser Satz - wie ein Stich ins Herz der Eltern und der natürlichen Umwelt.
Okay wir sind im Jahr 2007. In den Großstädten sollte das Thema nicht mehr sonderlich dramatisch sein. Und dank plakativer Talkshows der 90er - und natürlich dank Carsten Flöter aus der Lindenstrasse - hat selbst in der kleinsten Stadt die Hausfrau schon mal etwas zum Thema gehört.
Nicht viel später zieht es den "ich bin schwul" Menschen in eine "künstliche Umwelt" - die Großstadt Ghettos (vorzugsweise Berlin, Köln, Hamburg). Und dort ist das Thema "Ich bin schwul" nun wirklich keins mehr. Dort heisst es eher: "Sind wir nicht alle ein bißchen schwul?"
Seltsam. Im Nachhinein betrachtet habe ich meine Sexualität nie als Problem empfunden mit dem man sich beschäftigen müsste. Vielleicht weil ich nie mit grossem Sendebewusstsein und dem berüchtigten Schild auf der Stirn durch`s Leben marschiert bin. Wer es wissen wollte der konnte fragen - und der hat eine Antwort bekommen.
Gefragt haben zumeist aber nur Leute, die vertrauensvoll und gebildet genug waren, dass ich es ihnen gegenüber zugeben konnte - und da war es dementsprechend nie wirklich Thema und Problem. Eher wurde dadurch eine Neugierde auf das Thema Homosexualität geweckt, das ich aber irgendwann zu befriedigen überdrüssig wurde - eben weil es für mich nicht das grosse Thema war.
Die Leute, die damit aber ein Problem haben könnten, die haben sich anscheinend einfach nicht damit beschäftigt und nie gefragt. Oder sie wollten es nicht wissen. Solange ich mich nicht aufgedrängt habe war es vielleicht einfach nicht interessant genug.
Allerdings zog es mich auch recht schnell in die Sub der Großstadt. Abgesehen von Wichsereien mit einem Schulkameraden unter der Aller-Brücke (Gewässer in der niedersächsischen Kleinstadt in der ich aufwuchs) und Schmachtereien für Jugendfreunde ... abgesehen davon hatte ich meinen ersten naja schwulen Kontakt in einem Pornokino in Bremen.
In Stichworten: mit 17 bei Abwesenheit meiner Eltern nach Verden getrampt - mit dem Zug nach Bremen - mehrfach an einer schwulen Lokalität vorbeigelaufen ohne sich hineinzutrauen (kann es das "Toms" gewesen sein?) - die Pet Shop Boys ("Tonight is forever") im Ohr - irgendwie in zwei Pornokinos gelandet und im schwulen Bereich mit jemandem unspektakulär rumgewichst - mit der Bahn nach Hause gefahren (auf Kinderticket - und die zufällig ebenfalls anwesende Wichsbekanntschaft als Aufpasser angegeben - was der durch mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache nicht mal ganz verstanden hatte LOOOL) - in Verden dann sonntag morgens teils nach Hause getrampt teils gelaufen (bestimmt 10 km!!!) ...
Nun das wart wohl mein offizielles "erstes Mal" ... wenig spektakulär aber eben auch nur ein Erlebnis dem bald einfach mehr folgen musste. Und da ich mein Innenleben nie wirklich nach aussen getragen habe bin ich einfach für mich Schritt für Schritt vorwärts gegangen - über Umwege sicher aber schließlich dorthin wo ich heute bin ...
Ich bin ich - ich bin hier -
Ich bin schwul ... und das ist auch gut so!
(wie die in die Umgangssprache eingegangene Redewendung des Berliner Bürgermeisters Wowereit schon sagte)
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